Freitag, 21.6.2024, 19.30 Uhr
in der reformierten Kirche Langenbruck
Eintritt frei, Kollekte

Winterreisen

Konzert

Musik von Franz Schubert und Matthias Heep (ua)
Texte von Wilhelm Müller und Simone Lappert

Niklaus Rüegg: Tenor
Predrag Tomić: Akkordeon


Schubert neu kombiniert

Zwölf Lieder aus der Winterreise von Franz Schubert/Wilhelm Müller werden in diesem Programm mit dem Akkordeon begleitet. Dazu gesellen sich neun Gedichte von Simone Lappert, der bekannten Schweizer Autorin. Die Texte aus ihrem Lyrikband längst fällige verwilderung wurden extra für diese Produktion von Matthias Heep vertont. Lapperts rund zwei Jahrhunderte nach der Winterreise geschriebenen Gedichte zeichnen sich durch eine ausgesprochen poetische Weltsicht und eine ironisch-selbstbewusste Grundhaltung aus. Hierin sind sie Müllers Texte nicht unähnlich. Bei Müller und Lappert lassen sich, trotz Distanziertheit und Sarkasmus, echte, unbewältigte Gefühle erahnen.

In der Komposition von Matthias Heep, erhält Lapperts virtuoser Sprachwitz eine illustrierende und erweiternde Sinnhaftigkeit.

Mit seinen klanglichen Möglichkeiten vermag das Akkordeon die unterschiedlichsten Stimmungen zu zaubern. Neben der Melancholie und dem Leiden kommen so auch die morbiden weinerlichen und grotesken Aspekte in Schuberts Liedern zum Ausdruck. Das Klangspektrum des Instruments dient als musikalisches Bindeglied zwischen den beiden gegensätzlichen musikalischen Welten. Einige von Matthias Heeps Vertonungen schliessen immer wieder motivisch an die vorausgehenden Lieder Schuberts an. Andere sind als Kontrast zu Schubert gedacht.
Wo sich die Stimmungslagen der aus verschiedenen Epochen stammenden Lyrik und Musiken treffen, entstehen unvermutete und bereichernde Einsichten.

Niklaus Rüegg, Tenor

Neben seinem Studium in Germanistik und Anglistik an der Uni Basel liess sich Niklaus Rüegg in Basel, Bern, Zürich und London in Gesang ausbilden. Er nahm weiterführende Studien an der Musik-Akademie Basel (Operndiplom 1983) und am Internationalen Opernstudio Zürich IOS auf und gewann ein zweijähriges Begabtenstipendium beim Migros-Kulturprozent.

1982 erfolgte sein Solistendebüt am Theater Basel. Weitere Engagements führten ihn unter anderem an die Theater Biel-Solothurn, Luzern, St. Gallen, Opéra de Lausanne, Opernhaus Zürich, Staatstheater Darmstadt, ans Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, Musical Theater Basel und an die Neue Flora Hamburg.

Sein Bühnenrepertoire umfasst über 70 Rollen in Oper, Operette und Musical, darunter verschiedene lyrische Hauptpartien und Uraufführungen. In den Bereichen Oratorium und Lied erarbeitete sich Rüegg ein umfassendes Repertoire, dazu gehörten immer auch zeitgenössische Oratorien und Lieder.

Bis heute tritt Rüegg auf verschiedenen Schweizer Bühnen, unter andrem auch als Schauspieler, in Erscheinung.

Predrag Tomić, Akkordeon

Bei den Akkordeon-Wettbewerben Stefano Bizzarri in Moro d'Oro (Italien), Musikalische Akademie Würzburg und Wettbewerb Nordhorn wurde Predrag Tomić als Preisträger ausgezeichnet. 2009 gewann er den Deutschen Akkordeon Musikpreis in Baden-Baden.

Im März 2015 erschienen zwei CD's unter der Mitwirkung von Predrag Tomić: Andreas Ottensamer-Brahms - The Hungarian Connection (Deutsche Grammophon) und mit dem Osterburg Quartett–- Dreierlei - Neue Lyrik, Grafik, Musik aus Thüringen (Literarische Gesellschaft Thüringen). Im Jahr 2021 folgte die Mitwirkung bei der Porträt - DVD von Tobias Klich (Wergo - Podium Gegenwart, Deutscher Musikrat)

Er absolvierte seine Studien bei Prof. Ivan Koval, Prof. Stefan Hussong und Prof. Ulrich Beetz mit einem pädagogischen, künstlerischen und Konzertdiplom sowie mit einem Kammermusik-Zertifikat. Predrag Tomić ist als Akkordeonlehrer beim AO Grenzach-Wyhlen tätig. Zudem wirkt er als Schulleiter der Kreismusikschule Pratteln Augst Giebenach.

Matthias Heep, Komponist

Matthias Heep studierte Chorleitung, Komposition, Musiktheorie und Musikwissenschaft in Heidelberg und Basel. Als Chorleiter arbeitet er regelmässig mit nahezu allen Arten von Chören, vom Oratorienchor (Chor der Universität Bern) und Opernchor (Theaterchor Winterthur) bis zum Kammerchor, zur Gregorianik- Schola und zur kleinen a-Cappella-Formation mit jazzigen Arrangements.
Unterstützt vom deutschen Goetheinstitut, war er 2009 erstmals mit dem Chor der Universität Düsseldorf in Brasilien. Als Dozent und Dirigent wurde er seit 2016 zu diversen Festivals nach Brasilien und Portugal eingeladen.

Als Komponist widmete er sich eine Zeit lang vor allem dem innovativen Musiktheater, zuletzt die Comic-Oper Herr Müller reist ins Morgenland mit Sänger und Lifezeichner in Basel/Bern/Zürich; sowie Momo nach Michael Ende, Staatstheater Stuttgart, Abteilung Junge Oper. In jüngster Zeit wandte er sich verstärkt der vokalen Ensemblemusik und der Kammermusik zu.

Simone Lappert, Autorin

Simone Lappert, geboren 1985 in Aarau, studierte am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Mit ihrem Debütroman ›Wurfschatten‹ stand sie auf der Shortlist des ZDF-aspekte-Preises, ihr Roman ›Der Sprung‹ war für den Schweizer Buchpreis nominiert. Für ihre Lyrik wurde sie mit dem Heinz-Weder-Preis und einem Werkbeitrag des Fachausschusses Literatur Basel ausgezeichnet. Für längst fällige verwilderung, 2022, erhielt sie die «Literarische Auszeichnung der Stadt Zürich».

Sie ist Präsidentin des Internationalen Lyrikfestivals Basel und war Schweizer Kuratorin für das Lyrikprojekt ›Babelsprech.International‹. Sie lebt in Zürich.

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