Öffentlicher Workshop:
Musik und Stille

Samstag, 23. Mai 2020, 16.00–17.15 Uhr
anlässlich des 4. Langenbrucker Konzertfrühlings
Reformierte Kirche Langenbruck

Mitwirkende: Omar Zoboli, Sergio Delmastro und Hopkinson Smith.
Sponsor: Dolce Far Canto
Leitung: Rolf Mäder

Der Workshop, geleitet vom Langenbrucker Musiker Rolf Mäder, führt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf eine kreative Entdeckungsreise durch das Reich der Töne in die Stille. Omar Zoboli, Sergio Delmastro und Hopkinson Smith spielen Musiksequenzen und laden zu bewusstem Hören ein.

Dieser Workshop bietet die Möglichkeit, den Hörsinn zu schärfen und eine neue Sensibilität für Musik durch Stille zu entdecken.

Ab 14 Jahren.
Musikalische Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Die Platzzahl im Workshop ist beschränkt.
Die Teilnahme muss bis zum 19. Mai 2020 gebucht werden.
Der Eintritt ist frei.

Zwischen dem Workshop und dem Konzert von Hopkinson Smith um 19.30 Uhr wird ein Syrisches Spezialitätenbuffet für CHF 20 in der Revue (neben der Kirche) angeboten. 

Zur Anmeldung


Weitere Workshops mit Rolf Mäder:


“Zwischen den Tönen – Musik und Stille“
Gedanken zum Thema des Konzertfrühlings, von Rolf Mäder

Wir sitzen im Konzertsaal und warten auf den Konzertbeginn. Die Musiker treten auf. Der Willkommensapplaus verklingt. Die Instrumente werden gestimmt. Nun warten alle. Es ist still.

„Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann 
und worüber zu schweigen unmöglich ist.“
Victor Hugo

Die Musik nimmt uns mit auf innere Reisen und regt unsere Emotionen an. Wilde Rhythmen, kühne Harmonien und schwelgerische Melodien berühren uns sinnlich und animieren unsere Kreativität. Oder ihre sanft fliessenden Melodien und pastellfarbenen Teppiche von Harmonien lassen uns träumen und in unsere Phantasie abschweifen.

„Die Stille zwischen den Noten ist genauso wichtig wie die Noten selbst.“
Wolfgang Amadeus Mozart  

Komponisten lieben das plötzliche Anhalten der Musik in ihren Werken. Diese Zwischenräume werden auch Generalpausen genannt. Mozart verwendet sie manchmal wie Fallgruben. Unvermittelt fallen wir hinein und ehe wir uns versehen, finden wir uns in einer anderen Welt wieder. Haydn liebt es mit diesem Trick Schabernack zu treiben. Er überrascht uns damit und bringt uns zum Lachen. Händel komponiert zuweilen eine lange Generalpause als Höhepunkt nach einer grossen Schlusssteigerung, bevor er den musikalischen Endpunkt setzt. Und Beethoven, in seinem langsamen Satz des Streichquartetts op.18/1, lässt die Dramatik durch Stille ins Unerträgliche eskalieren.

„Ein Musikstück beginnt nicht mit der ersten Note und endet nicht mit dem letzten Ton –
es kommt aus der Stille und es endet in ihr.“
Daniel Barenboim

Stille ist wie die leere Wand zwischen zwei Bildern oder wie die Zwischenräume wenn wir unsere Finger spreizen.

Stille können wir mit keinem unserer Sinnesorgane direkt wahrnehmen. Sie ist unfassbar und inhaltslos. Wir können die Stille jedoch erfahren wenn auch wir still werden und dadurch unsere Aufmerksamkeit zu ihr gehen kann. Plötzlich erleben wir stille Momente zwischen unseren schweifenden Gedanken. Stille hat keine Vergangenheit oder Zukunft. Sie ist immer präsent, in jedem Moment.

Wenn wir mit der Stille vertraut werden und uns ihr öffnen, können wir auch die Musik in vollen Zügen geniessen und neu erleben.

Beispiele zu Generalpausen:

Beethoven: Streichquartett op.18/1. Zweiter Satz ab 9.55. Steigerung mit Generalpausen um 17.05

Haydn: Sinfonie Nr. 90. Im 4. Satz, kurz vor Schluss (um 24.25) platziert Haydn eine GP welche den Zuhörern einen Schluss vorgaukelt.

Mozart: Streichquintett KV 516, 3. Satz. Ab 19.47. Voller Generalpausen welche dann irgendwohin führen.

Händel’s Messias: Halleluja mit der Generalpause vor dem Schluss.

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