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Sonntag, 6.4.2025, 11 Uhr
Konzert
in der reformierten Kirche Langenbruck
Eintritt frei, Kollekte

«L'amour ou je suis fou»

Wo endet das Eine, wo beginnt das Andere?

Nora Bertogg, Sopran
Isabel Goller, Harfe

Wenn sich der gewohnte Klang verändert, werden andere Feinheiten erkennbar: Die Bündner Sopranistin Nora Bertogg konzertiert gemeinsam mit der Südtiroler Harfenistin Isabel Goller. Die Liedmatinée L’ Amour ou je suis fou wendet sich einmal mehr dem Sujet der Liebe zu. Der Titel L’ Amour ou je suis fou (Die Liebe, oder ich bin verrückt) soll auf die teils verschwindenden Grenzen von Zuneigung, Sehnsucht, Verlangen bis hin zu Besessenheit und Abhängigkeit hinweisen. Wo endet das Eine, wo beginnt das Andere?

Nebst Gabriel Fauré, einem klassischen Vertreter der französischen Klangwelt, widmen wir uns der Musik dreier Komponistinnen des Impressionismus; Pauline Viardot-Garcia, Mélanie Bonis und Lili Boulanger, deren Wirken um die Jahrhundertwende neben dem ihrer berühmten männlichen Zeitgenossen etwas in Vergessenheit geriet. Über Francis Poulenc machen wir den Sprung zu zwei zeitgenössischen Solo-Stücken von Sally Beamish und Georges Aperghis, welche ein komplett anderes Klangspektrum versprechen und sowohl die Harfe als auch die Stimme von ganz anderen Seiten betrachten.

Shadows von John Rutter, eine Originalkomposition für Gesang und Gitarre, führt uns wiederum zurück in eine verspielte, etwas melancholische Klanglichkeit. Rutter greift dabei auf ein Gedicht von Samuel Daniel zurück, dessen Worte aus derselben Zeit wie die Musik von John Dowland stammt. In einem abschliessenden Teil erklingen zwei Lieder von Sergej Rachmaninow. Rachmaninow war eher unbekannt für sein Liedschaffen, jedoch stehen diese seinen fantastischen Klavierwerken in nichts nach.

PROGRAMM

Gabriel Fauré (1845-1924)

  • Les Berceaux

Claude Debussy (18625-1918)

  • Nuit d’étoiles

Pauline Viardot-Garcia (1821-1910), Six chansons du XVéme Siècle

  • Haï luli
  • Aimez-Moi

Mélanie Bonis (1858-1937)

  • Gai printemps (Harfe solo)

Lili Boulanger (1893-1918)

  • Reflets

Francis Poulenc (1899-1963)

  • A sa guitare

aus Cinq mélodies

  • II. Hôtel
  • V. Sanglots

Sally Beamish (*1956)

  • Awuya (Harfe solo)

Georges Aperghis (*1945)

  • Récitations 9 (Pour voix seule)

John Rutter (*1945)

  • Shadows

Sergei Rachmaninow (1873-1943), aus Zwölf Lieder, op.21, 1902

  • Siren

DIE AUSFÜHRENDEN:

Nora Bertogg

Photo: Akvile Sileikaite

Die Sopranistin Nora Bertogg wurde in Chur geboren. Nach dem Bachelor of Arts in Music an der Zürcher Hochschule der Künste studierte sie im Master Specialized Music Performance Opera an der Hochschule der Künste Bern im Schweizer Opernstudio. Derzeit bildet sie sich bei der österreichischen Sopranistin Sandra Trattnigg in Zürich weiter. Am Luzerner Theater sang Nora Bertogg in der Saison 22/23 in der Produktion STYX Tours, eine Koproduktion mit Lucerne Festival, als Sopranistin. Am Theater Biel / Solothurn sang Nora Bertogg in der Saison 2016/17 die Rolle der La Ciesca in Gianni Schicci und die Rolle des Liftgirls in La notte di un nevrastenico von Nino Rota. Ausserdem interpretierte sie die Rolle der Miss Pinkerton in Menottis The old maid and the thief. Des weiteren war sie am Davos Festival 2016 in der Oper Die Schweizerfamilie in der Rolle der Gertrude Boll zu hören. Solistische Auftritte u.a. am Festival KlangART Vision 2023 in Deutschland, mit Orchestrina Chur, Opera Viva, beim Rahn Continuo Konzert 2019, bei Inscriptum, sowie in diversen Eigenproduktionen. Im Herbst 2018 sang sie in einer konzertanten Version Ausschnitte aus Leonard Bernsteins West Side Story, Candide und Wonderful Town im Rüttihubelbad in Bern. Nora Bertogg widmet sich immer wieder dem Liedgesang. In 2023 konzertiert sie u.a. mit dem renommierten Gitarristen Christoph Denoth, sowie im Liedduo mit der Harfenistin Isabel Goller. Nebst ihrer vielseitigen solistischen Tätigkeit widmet sich Nora Bertogg auch dem professionellen Ensemblegesang, u.a. mit der Zürcher Singakademie in der Tonhalle Zürich und mit dem Ensemble Origen auf dem Julierpass. Ein besonderes Interesse der jungen Sängerin gilt der Interpretation von zeitgenössischen Werken. Aus der Zusammenarbeit mit Sarah Maria Sun, einer der herausragendsten Interpretinnen für zeitgenössische Musik, entstand mitunter der Solo Voice Abend YESS I SAID I SAID YESS. Nora Bertogg ist Preisträgerin des 7. John Cage Awards Halberstadt, Stipendiatin des Rahn Kulturfonds und der Thyll Stiftung. Im Jahre 2017 wurde sie ausserdem mit einem Kulturförderpreis des Kantons Graubünden ausgezeichnet. Seit 2020 ist Nora Bertogg Künstlerische Leiterin des Classic Corner im Zauberwald Lenzerheide.
norabertogg.ch

Isabel Goller

Photo: Lukas Lorenz

Isabel Goller ist eine aufstrebende Harfenistin aus Brixen in Südtirol. Bereits mit neun Jahren begann sie mit dem Harfenunterricht und konnte bis heute nationale und internationale Erfolge feiern. Im Alter von 14 Jahren wurde sie in das Jungstudium bei Frau Prof. Helga Storck am Mozarteum in Salzburg aufgenommen. Bereits in diesem Alter konnte sie erste internationale Erfolge feiern - 2009 war Isabel Finalistin beim internationalen Harfenwettbewerb in Bangkok, Thailand. Es folgte ein Bachelor und Master Studium an der Zürcher Hochschule der Künste bei Frau Prof. Sarah O’brien, welches Isabel Goller mit Auszeichnung abschloss. Während ihres Studiums wurde sie bei verschiedenen internationalen Jugendorchestern aufgenommen. So verbrachte sie ihre Sommer in der internationalen Orchesterakademie des Schleswig Holstein Musikfestivals, im Aspen Music Festival in den USA und auf Europatournee mit dem Gustav Mahler Jugendorchester. Auch solistisch war Isabel in dieser Zeit aktiv. So gewann sie 2014 einen 4. Preis beim „International Soka Harp Competition“ in Japan und einen 1. Preis beim internationalen Harfenwettbewerb der Harp Academy „Assia Cunnego“ in Deutschland. Von 2016 - 2018 war Isabel Goller Mitglied der Giuseppe Sinopoli Akademie der Sächsischen Staatskapelle in Dresden. Dort sammelte sie prägende musikalische Erfahrungen mit einem der besten Orchester der Welt und entdeckte ihre Liebe zur Oper. Ihren zweiten Master absolvierte sie bei Anneleen Lenaerts (Solo Harfenistin der Wiener Philharmoniker) am Konservatorium Maastricht. Besonders als Orchestermusikerin wird Isabel sehr geschätzt. So arbeitete sie unter anderem mit den Wiener Philharmonikern, Klangforum Wien, Musikkollegium Winterthur, Philharmonia Zürich, Haydnorchester Bozen und dem ORF Radiosinfonieorchester Wien zusammen. Darüber hinaus ist die Harfenistin sehr an der Kammermusik interessiert und hat ihre Ambitionen durch die Gründung des „Trio Lusinea“ (Besetzung: Harfe, Fagott und Flöte) unterstrichen. Mit dem Trio tritt sie in regelmäßigen Abständen auf. Begeistert vom interdisziplinären Arbeiten schreibt sie im Projekt NUJA eigene Meditationsmusik zum Loslassen und Entspannen. Erste Live- Auftritte folgten im Jahre 2021. Auch die Natur spielt im Leben der Musikerin eine große Rolle. Im Projekt FOREST ART bringt sie ihre Musik in den Wald. Unterstützt wird sie dabei von Performances der tschechischen Akrobatin Veronika Smolkova. Der große Traum von Isabel Goller war es, ein Orchester in Südtirol zu gründen. Dieser Traum erfüllte sich, denn 2019 wurde Isabel Goller Teil des Gründungsteams der Südtirol Filarmonica. Dieses Herzensprojekt vereint Südtiroler MusikerInnen aus aller Welt in ihrer Heimat zu gemeinsamen Konzerten
isabelgoller.com

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